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4 Wunderwerke an einem Körper

Hände und Füße sind im Alltag nicht zu unterschätzen

Sie gehören zu unseren wichtigsten Werkzeugen im Alltag. Ohne Hände und Füße könnten wir viele Aktionen und Prozesse in unserem Leben nicht durchführen. Grund genug, dass wir sie uns genauer anschauen.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das dauerhaft aufrecht geht. Diese Körperhaltung gibt einige Vorteile im Vergleich zu den vier- oder mehrbeinigen Lebewesen auf der Erde. Muskulatur und Gelenke haben sich beim Menschen entsprechend anders entwickelt, wodurch Hände und Füße einzigartig wurden.

Vier Kraftpakete

Unsere Extremitäten sind nicht die größten Teile unseres Körpers und doch finden bei jeder Bewegung viele verschiedene Prozesse in ihnen statt. Dass das funktioniert, dafür sorgen über 30 Muskeln und Gelenke, die sich in jedem Fuß respektive jeder Hand befinden.

Es sind entsprechend vier Kraftpakete, die an den Enden unserer Extremitäten stehen. Obwohl Hände und Füße aus ähnlichen Bestandteilen bestehen und auch äußerlich einige Gemeinsamkeiten aufweisen, sind die Aufgaben unterschiedlich.

Kraft und Präzision

Der Aufbau unserer Hand lässt sich in drei Bereiche unterteilen: Beginnend mit der Handwurzel am Gelenk, geht sie über in die Mittelhand, die das knochige Gerüst unserer Handfläche bildet, und reicht bis zu den Fingerknochen. Die sind dank zahlreicher kleiner Gelenke und Knochen hochpräzise Werkzeuge.

Die Hand selbst hat Muskeln mit kurzen Sehnen, deren Ursprünge im Unterarm liegen. Das können Sie selbst feststellen, wenn Sie eine Faust bilden. Sie werden erkennen, dass bis zu Ihrem Unterarm Muskeln aktiviert werden.

Die Gelenkigkeit der Finger ist ausschlaggebend dafür, dass die menschliche Hand ein wahres Greifwerkzeug ist. Ganz gleich ob große oder kleine Dinge fest angepackt werden müssen, sorgt die Flexibilität der Finger für den notwendigen Halt.

Eine Sonderrolle nimmt dabei der Daumen ein. Er hat die Fähigkeit, opponierbar zu den anderen Fingern der Hand zu stehen. Das bedeutet, dass er gegenüber den anderen Fingern gestellt werden kann. Machen Sie mal den Test und versuchen Sie das mit den kleinen Fingern – es funktioniert nicht. Diese Fähigkeit macht die menschliche Hand zu einem Werkzeug, das sowohl für Kraft als auch für Präzision anwendbar ist.

Bei den Kraftgriffen gibt es nicht nur die mit dem „gegenübergelegten“ Daumen, sondern auch die mit dem angelegten. Diesen sog. „Affengriff“ kennen wir vielleicht aus dem Erste-Hilfe-Kurs, da Sie damit einen bewusstlosen Fahrer aus einem Auto heben können. Die Präzisionsgriffe des Menschen bestehen aus Daumen und Zeigefinger. Je nach Länge, die die Finger dabei haben, sowie der Stelle ihres Zusammentreffens heißen sie Pinzetten-, Zangen- oder Schlüsselgriff.

Auftreten und Abheben

Von den Händen zu den Füßen: Auch hier geht es anatomisch von der Fußwurzel am Gelenk über den Mittelfußknochen, von dem Sohle und Fußrücken ausgehen, zu den Zehenknochen. Insgesamt befinden sich in einem Fuß 26 Einzelknochen.

Die Zehen sind heute ein Überbleibsel der evolutionären Entwicklung. Als die Verwandtschaft von Mensch und Primat noch offensichtlicher war, konnte der Mensch theoretisch mit den Füßen greifen. Primaten nutzen noch heute ihre Füße zum Greifen, weswegen die Zehen bei ihnen ausgebildeter sind. Da sich der menschliche Fuß zu einem Standfuß entwickelte, sind seine Zehen zurückgegangen und dienen der Stabilisierung.

Die Aufgabe eines menschlichen Fußes besteht darin, Kraft aufzunehmen und wieder abzugeben. Gelangt beim Gehen der Fuß auf den Boden, verändert sich seine Form. Er wird breiter, die Fußsohle erweitert sich und ist bereit, die Kraft aus dem Bein an den Boden abzugeben. Beim Abdrücken wirkt der Fuß wie ein starrer Hebel, der, von der Achillessehne ausgehend, Kraft an den Boden abgibt. Dadurch entsteht ein Schub nach vorne und es geht einen Schritt weiter.

Unsere Hände und Füße sind extreme Wunderwerke an unserem Körper. Widerstandsfähig, multifunktionell und immer einsatzbereit, sind sie für uns unverzichtbar. Das gilt nicht nur für das Greifen und Gehen, sondern auch für die Tastwahrnehmung. Sie sind multifunktionell für unseren Körper und tragen zu Recht einen großen Teil zur Entwicklung des Menschen bei.

Gesund auf Schritt und Tritt

Es ist keine neue Erkenntnis, dass unsere Füße eine wichtige Rolle bei einer gesunden Lebensführung spielen. Gehen, Joggen, Wandern, Radfahren sind förderliche Maßnahmen, die wir ohne gesunde Füße nicht durchführen könnten.

Wenn wir über diese Aktivitäten reden, sprechen wir auch über Schuhe. Sie haben, neben dem modischen Aspekt, auch einen praktischen Grund, indem sie unsere Füße vor schädlichen Einflüssen von außen schützen. Einige Schuhmodelle verursachen aber Fehlstellungen, da sie Fuß und Sohle einengen. Es folgt ein falsches Aufsetzen des Fußes, welches dauerhaft die gesamte Muskulatur beeinträchtigen kann. Als Ergebnis entstehen Blockaden, Verkürzungen und weitere Behinderungen der Bewegung.

Aber auch im Innern können Fußfehlstellungen negative Auswirkungen haben. Der Grund dafür liegt darin, dass die Fehlhaltungen die Nerven an den Fußenden verkürzen. Dass diese eine Verbindung zu den Organen haben, weiß jeder, der schon einmal eine Fußreflexzonenmassage hatte. Es gibt eine neuronale Verbindung zwischen den Füßen und den Organen. Werden die Füße unempfindlich, kann es zu Beschwerden an den entsprechenden Organen kommen.
Wer vermehrt barfuß geht, der erlernt wieder den natürlichen Gang des Menschen, inklusive seiner positiven Auswirkungen. Blockaden werden gelöst, Fehlhaltungen gehen zurück und auch die Muskulatur wird wieder gefördert. Wer jetzt aber mit dem Barfußgehen (wieder) beginnen möchte, der muss langsam anfangen. Die Menge an Empfindungen, denen unsere Füße auf einmal ausgesetzt sind, ist erst einmal unangenehm. Deswegen gilt für Anfänger, langsam zu gehen, sich auf die Sinneswahrnehmungen einzulassen und nicht länger als 15 oder 20 Minuten zu gehen. Wer eine orthopädische Erkrankung hat, wie etwa Arthrose, sollte vorher seinen Arzt um Rat fragen, ob und wie Barfußgehen eine positive Wirkung auf ihn haben wird.

Seit einigen Jahren bietet jedes größere Schuhgeschäft Barfußschuhe an. Das Ziel ist es, das Barfußgehen leichter in den Alltag integrieren zu lassen. So kann, ganz nebenbei, die eigene Gesundheit gefördert werden, ohne dass viel Aufmerksamkeit darauf verwendet werden muss.
Tatsächlich fördern die Barfußschuhe die Gesundheit. Sie ersetzen aber nicht die umfangreiche Wirkung des Barfußgehens, mit dem ihr Effekt nicht gleichzusetzen ist. Bei beiden sollte den Füßen jedoch eine Eingewöhnungszeit gegeben werden.

Gehen fördert unsere Gesundheit in vielen Bereichen. Lassen wir Schuhe und Socken weg, erhöhen wir sogar die Unterstützung für unser Wohlbefinden um ein Vielfaches. Beschwerden, die ansonsten therapeutisch behandelt werden müssen oder deren Vorzeichen bereits zu erkennen sind, können gelindert oder ganz verhindert werden. Barfußgehen gehört zu unserer Natur und hat sich in unserer Zivilisation zu einer natürlichen Weise der körperlichen Selbstheilung entwickelt. Vielleicht probieren Sie es auch mal aus. Die Sommermonate bieten sich dafür an.

Berührungen für die Seele

Wie bei den Füßen fördert auch das Erfühlen mit den Händen unsere Gesundheit. Ein gutes Beispiel dafür bietet die Gartenarbeit. Wer mit bloßen Händen pflanzt oder Erde in die Hand nimmt, der fördert seine seelische Gesundheit. Wer mit Gartenhandschuhen arbeitet, bekommt diese Wirkung auch, weil sich Gartenarbeit einem über verschiedene Sinne eröffnet. Der Wirkungsgrad ist aber höher, wenn man ohne Handschuhe arbeitet und die Pflanzen und Erden fühlt.

Es ist das Erfühlen von Untergründen oder Dingen, die den Menschen seit seiner Existenz begleiten, das gut für unsere Gesundheit ist. Der Einsatz von Textilien schützt zwar unsere Hände, hat ihnen aber auch die entsprechende Empfindlichkeit genommen. Führen wir sie wieder dahin, diese Dinge zu spüren, fördern wir unsere mentale Gesundheit.

Mit Händen und Füßen zurück zur Natur

Allerdings sollten Hände und Füße mit Bedacht an diese Empfindungen herangeführt werden, um nachteilige Effekte zu verhindern. Besonders Menschen, die an Krankheiten des Bewegungsapparates, gerade in den Extremitäten, leiden, wie z. B. Rheuma, sollten ihren Arzt um Rat fragen, bevor sie sich dem Thema widmen. Wer Hände und Füße schon zu Beginn zu lange den Empfindungen aussetzt, kann seinem Körper eher schaden als ihn fördern.

Für eine entsprechende Angewöhnung eignen sich Barfußpfade. Einer davon führt in Hamm um die Halde Kissinger Höhe. Auf vier Rundwegen können unterschiedliche Untergründe Schritt für Schritt erfahren werden. Eine gute Gelegenheit, um erste Erfahrungen im Barfußgehen zu sammeln.

Meike Jänsch

 

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