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Trends in der Verbandskommunikation 2024

Deepfakes, neue geschlossene Communitys und mehr Fokus auf Themen als auf Personen: Die fünf wichtigsten Kommunikationstrends 2024 und Ihre Auswirkungen auf die Kommunikationskonzepte von Verbänden analysiert der folgende Artikel.

Die Kommunikation hat sich 2023 unter dem prägenden Einfluss von Künstlicher Intelligenz weiterentwickelt. Welche Auswirkungen das auf die Kommunikation hat und was im Jahr 2024 darüber hinaus in Ihrem Kommunikationskonzept nicht fehlen darf, beschreiben wir im folgenden Artikel.

1. Vertrauen wird immer wichtiger

Der Papst in Daunenjacke, Hollywood-Schauspieler Keanu Reeves, der auf TikTok Tipps zum Umgang mit Mädchen gibt (mehr Beispiele unter deepfakes examples): Künstliche Intelligenz (KI) macht es möglich, dass immer mehr sogenannte Deepfakes im Internet auftauchen. Deepfakes sind Fälschungen, die als solche nicht mehr zu erkennen sind. Diese Täuschungen machen es den Nutzern schwer, echte von manipulierten Inhalten zu unterscheiden.

Unsere oben genannten Beispiele sind zwar nicht gefährlich. Aber das täuschend echt gefälschte Videos, Fotos oder Audios auch üble Folgen haben können, liegt auf der Hand. Als Folge davon wird Vertrauen für viele Menschen im Internet immer wichtiger. Verbände und Unternehmen sollten sich in ihrem Kommunikationskonzept für 2024 der Bedeutung von Vertrauen bewusst sein und es durch einen sensiblen Umgang mit ihren Inhalten stärken.

Vertrauensvoll kommunizieren kann hier beispielsweise bedeuten, dass wir in der Strategie darauf achten, nicht zu sehr über- oder unterzutreiben. Es kann bedeuten, dass wir offener über Schwächen sprechen. Oder auch, dass wir die Zielgruppen noch genauer analysieren, um besser auf sie einzugehen.

2. Geschlossene Communitys werden beliebter

Möglicherweise auch als Folge der sich fortschreitend ausbreitenden Fake-Informationen wird der Community-Aufbau in geschlossenen Bereichen beliebter. WhatsApp und Instagram machen es vor. Mit der seit einigen Monaten aktiven Broadcast-Channel-Funktion können exklusive Inhalte mit den Followern geteilt werden. Letztere können mit Emojis reagieren, aber nicht kommentieren. So bleiben die Kanäle übersichtlich und konzentrieren sich auf die Botschaft des Sendenden. Für Verbände ist das eine Funktion, die nur für sehr aktive Vereinigungen in Frage kommt, da dies voraussetzt, das sehr regelmäßig Inhalte produziert werden. Der Broadcast-Channel sollte täglich mit neu gefüllt werden, damit die Follower dran bleiben. Geschlossene Communitys zu pflegen, gelingt Ihnen einfacher mit einer Mitglieder-App. Mit einer Mitglieder-App bleiben die Daten sicher beim Verband und ein gegenseitiger Austausch wird verbessert und auch hier ist die Broadcast-Funktion möglich.

3. LinkedIn und Xing setzen neue Schwerpunkte

Ursprünglich als Business-Plattform bekannt, zieht LinkedIn inzwischen immer mehr Menschen auch aus den verschiedensten Interessengruppen an. Mittlerweile sind rund 22 Millionen Menschen auf der Plattform aktiv. 2021 waren es noch 19 Millionen. Das bietet neue Möglichkeiten für Verbände, diesen Kanal in ihr Kommunikationskonzept 2024 mit aufzunehmen.

Das deutsche Pendant Xing wird durch diese Entwicklung unter Druck gesetzt. Ende 2023 veröffentlichen deren Verantwortliche die Entscheidung, die Plattform neu auszurichten. Nach eigenen Angaben reagieren sie mit einem neuen Schwerpunkt darauf, dass sich der Arbeitsmarkt zu einem Markt der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entwickelt. XING soll daher zu einem Jobs-Netzwerk mit dem Fokus werden: „Finde den Job, der zu Dir passt“. Auch Xing bietet damit neue Möglichkeiten der (Neu-) Mitgliederansprache. Auf beiden Portalen schlummert also Potential für Verbände, um etwa neuen Mitarbeiter zu rekrutieren und um sich dort mit eienr Vielzahl von Unternehmensverbänden zu vernetzen.

4. Klare Positionierung wichtig

Klar zu machen, wofür man inhaltlich steht, sich zu positionieren, wird auch in den sozialen Medien immer wichtiger. Der Hintergrund ist, dass sich die Regeln, die den bekannten Plattformen gelten, haben sich im Laufe des vergangen Jahres verschoben. Das bedeutet etwa, dass Suchmaschinenoptimierung auch in den sozialen Netzwerken immer nötiger wird. Damit stehen Inhalte stärker im Mittelpunkt als Personen. Verbände sollten daher genau über Ihre Zielgruppen und thematische Nischen nachdenken und Communities zu bestimmten Themen aufbauen. Darauf werfen wir im folgenden Abschnitt noch mal einen genaueren Blick.

Als Verband sind Sie zwar Interessenvertretung. In dieser Funktion vertreten Sie die Interessen Ihrer Mitglieder, die damit schon Ihre Zielgruppe sind. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen.

Zwei Beispiele: Ein Mitglied ist sechzig Jahre alt. Er ist männlich, hat im Berufsalltag viele Aufgaben, die ihm gefallen. Leider hat er Rückenprobleme. Er liest Tageszeitung auf dem Ipad und die Verbandszeitschrift als gedruckte Variante. Er geht in seiner Freizeit schwimmen.

Ein anderes Mitglied ist weiblich, Sie ist Mitte zwanzig, ist im Berufsalltag noch recht unerfahren und hat Schlafschwierigkeiten, weil sie sich häufig überfordert fühlt. Sie folgt dem Verband auf Instagram und X/Twitter und informiert sich über Fernsehnachrichten. Sie geht in Ihrer Freizeit klettern.

Wer von beiden wird wohl die Tipps auf Instagram über Achtsamkeit lesen? Und wer wird die Nachricht über das Mentorenprogramm in der Verbandszeitschrift feiern? Die Antwort ist nicht schwer.

Vor allem kleinere und mittelgroße Verbandsorganisationen, die geringe Ressourcen haben, können damit punkten, sich gut zu positionieren, sagt auch der langjährige Verbandsvorsitzende Udo beckmann im Interview auf diesem Blog: „Vor allem muss immer eine klare Positionierung da sein, damit sich Menschen daran orientieren können.“

5. Mitglieder gewinnen über Storytelling

Mit der Digitalisierung verschwimmen die Grenzen zwischen Werbung, Marketing und PR. Umso wichtiger wird eine kohärente und konsistente Botschaft über alle Kanäle hinweg vermitteln. Und diese Botschaft muss, mehr denn je, durch Inhalte getragen werden, die sowohl informieren als auch inspirieren. Storytelling ermöglicht es, ihre Geschichten auf eine Weise zu erzählen, die Emotionen weckt, Vertrauen schafft und letztlich die Markenbindung stärkt. Hier lesen Sie an einem Beispiel, wie Storytelling mehr aus Ihren Umfragen herausholen kann. Denn in einer Zeit, in der Konsumenten von Informationen überflutet werden, suchen sie nach authentischen, relevanten und wertvollen Inhalten. Verbände, die ihre Botschaften durch qualitativ hochwertigen Content vermitteln, können nicht nur ihre Expertise demonstrieren, sondern auch tiefgreifende Beziehungen zu ihrer Zielgruppe aufbauen.

Fazit

Die Kommunikationsbranche verändert sich kontinuierlich. Unser Rat: Bevor 2024 beginnt, prüfen Sie Ihr Kommunikationskonzept auf die oben genannten Punkte. Wie können Sie das Vertrauen Ihnen Ihre Mitglieder und potenziellen Mitglieder stärken? Benötigen Sie einen direkteren Austausch, etwa über eine App? Sollten Sie Ihre Kanäle auf die Businessnetzwerke ausweiten? Sind Sie richtig bei der Zielgruppe positioniert? Und holen Sie genug aus Ihren Inhalten heraus oder sollten Sie mehr Storytellingelemente einbauen?

Um das zu verdeutlichen, schauen wir noch einmal auf die sechs Unterbereiche, die ein Kommunikationskonzept beinhaltet:

  1. Analyse Status Quo / Stärken und Schwächen
  2. Ziele: kurz-, mittel-, langfristig
  3. Zielgruppen: intern und extern
  4. Strategie: Botschaften / Dramaturgie / Kanäle
  5. Themen und Maßnahmen
  6. Kontrolle

Hier lesen Sie im Detail, wie Sie ein Kommunikationskonzept aufbauen.

Gern unterstützen wir Sie dabei.

So gelingt Ihr erfolgreicher Start 2024.

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