Trends in der Verbändekommunikation 2023

2022 war ein Jahr voller fordernder Ereignisse. Startete man Anfang des Jahres noch mit dem Gefühl, die Pandemie sei fast geschafft und bald habe man wieder ruhigere Fahrwasser erreicht, überfiel am 24. Februar Russlands Armee die Ukraine mit den bekannten Folgen: extrem steigende Energiepreise und Lieferkettenschwierigkeiten. Hinzu kommen Fachkräftemangel und ein sich zuspitzender Klimawandel.

Es wäre daher weit aus dem Fenster gelehnt, Ereignisse für 2023 vorauszusagen. Mit Blick auf die Kommunikation von Verbänden können wir aber aus aktuellen Entwicklungen Schlüsse ziehen und daraus Trends ableiten. Diese nachfolgend aufgeführten kommunikativen Trends sollten Sie kennen, wenn Sie auch 2023 die Kommunikation in Ihrem Verband voranbringen wollen.

Hybrides Arbeiten bleibt

Es gibt kein Zurück. Die Videoschaltung vom heimischen Esszimmer ist seit der Pandemie fester Bestandteil des Alltags vieler Menschen. Online-Meetings und Homeoffice haben einen festen Platz in unserer Arbeitswelt eingenommen, zugleich bleibt gemeinsames Arbeiten an einem Ort vielfach sinnvoll. Für beides müssen Regelungen gefunden werden, um Konflikte zu vermeiden. So wie bei der Fachgewerkschaft DPVKOM. „Nach den guten Erfahrungen in der Pandemie können Referenten der Geschäftsstelle zwei Tage in der Woche im Homeoffice arbeiten“, sagt etwa Pressesprecher Maik Brandenburger. Um Absprachen zu treffen, fänden regelmäßig Videokonferenzen statt. „Dadurch hat sich die Kommunikation schon sehr verändert“, sagt Brandenburger. Durch die verringerte Präsenz im Büro finden persönliche Gespräche nun seltener statt. Auf der anderen Seite arbeite man im Homeoffice häufig konzentrierter.

Podcasts werden immer beliebter

43 Prozent der Deutschen hören Podcasts – und damit etwas mehr als im Vorjahr (2021: 38 Prozent). Unter den Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren hört sogar mehr als die Hälfte (56 Prozent) das Audioformat. Jeweils ein Fünftel der Hörerinnen und Hörer drückt täglich (19 Prozent) bzw. wöchentlich (20 Prozent) die Play-Taste. Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.100 Personen ab 16 Jahren in Deutschland.

Dieses Interesse können sich Verbände zunutze machen. Seit Anfang 2021 veröffentlicht etwa der Verband Bildung und Erziehung NRW seinen Podcast „Bildung wertschätzen“. Unregelmäßig erscheint das Format, das zwischen 10-20 Minuten lang ist und jeweils Gespräche zu einem Schwerpunktthema bietet.

Umweltinteresse schafft neue Chancen für Inhalte

„Es ist ein Dilemma“, sagt Michael Gostovic-Storz, Marketingchef des Verbandes Bildung und Erziehung in Baden-Württemberg. Die klassischen Werbemittel werden immer häufiger aufgrund mangelnder Nachhaltigkeit kritisiert. Darauf ganz zu verzichten ist jedoch keine Alternative, denn die Mitarbeitenden am Infostand brauchen Materialien, damit der Verband bei flüchtigen Besuchern im Gedächnis bleibt. Wie auf Plastik in der Mitgliederwerbung verzichtet werden kann und welche Alternativen es gibt, dazu haben wir bereits vor einigen Wochen einen Blogbeitrag veröffentlicht.

Contentmarketing verdrängt Werbung

Aus Datenschutzgründen wird das automatisierte Verfolgen der Nutzer im Web schwieriger. Anonyme Werbung zu schalten wird damit uninteressanter. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass die Vermarktung über Inhalte – das sogenannte Contentmarketing – wichtiger wird, um die jeweilige Zielgruppe zu erreichen. Höchste Zeit für Verbände, darüber nachzudenken, Ihre Inhalte auf der Website zu stärken. Etwa, indem die Inhalte der Verbandszeitschrift auf Artikel-/HTML-Basis veröffentlicht werden, sofern das noch nicht geschieht. Wie das funktioniert, beschreiben wir hier. Gute Inhalte wirken sich darüber hinaus auch auf die Positionierung in den Rankings von Suchmaschinen aus. Richtig umgesetzt, wird Ihre Website damit leichter gefunden und zieht mehr Besucher an.

Inhalte werden mehrfach genutzt

Social Media, Website, Zeitschrift, App – die Kanäle, auf denen kommuniziert werden kann, werden immer zahlreicher. Gerade Verbände, in denen ehrenamtliche Kräfte einen erheblichen Teil der Arbeit leisten, sind darauf angewiesen, ihre Ressourcen besonders effektiv zu nutzen. Wie einmal recherchierte Inhalte für die Zeitschrift auf digitalen Kanälen weiter verwertet werden können, haben wir in diesem Blogbeitrag beschrieben.

Der Zusammenschluss der großen Medienhäuser RTL (Bewegtbild) und Gruner & Jahr (Print) macht es vor. Print- und Bewegtbild-Produktionen werden stärker zusammen gedacht. Auch für Verbände ein Thema. Denn nach der Analyse des Cisco Visual Networking Index von 2020, fallen 82 Prozent des gesamten Internet-Traffics von Verbrauchern auf Videoinhalte. Das liegt unter anderem daran, dass YouTube von vielen Nutzern nicht nur als Unterhaltungsplattform, sondern als Suchmaschine genutzt wird.

Gute Gründe also für Verbände, die bisher noch nicht mit Videos arbeiten, ernsthaft darüber nachzudenken. Videos eignen sich besonders, um komplexe Inhalte für die breite Masse anschaulich zu erklären. Besucher verweilen im Durchschnitt länger auf einer Webseite, wenn dort Videos stehen. Gerade über die mobilen Endgeräte werden Videos stark konsumiert. Und natürlich spielen Videos eine große Rolle auf den Ergebnisseiten von Suchmaschinen. In diesem Blogbeitrag können Sie das Thema Video vertiefen.

Konsequent zu Ende gedacht bedeutet das für die Inhalte von Verbänden, dass zu einer Veranstaltung beispielsweise ein Videointerview mit dem Hauptreferenten produziert wird. Gleichzeitig wird ein Text zu allen Themen und Eindrücken, die wichtig waren, veröffentlicht.

Digitales wird immer wichtiger

Unbestritten, die Pandemie hat die Digitalisierung in Riesenschritten vorangebracht. Aber schafft die fortschreitende Digitalisierung nicht auch Distanz und zerstört die persönliche Nähe zu den Mitgliedern? Um dieser Befürchtung den Wind aus den Segeln zu nehmen, raten wir dazu, digitale Wege weiter zu entwickeln, etwa mit der WilkeApp für Verbände. Diese App schafft es, eine große Zahl von Nutzern zeitnah und direkt zu erreichen. Damit erreicht die Verbandsführung ihre Mitglieder nicht nur unmittelbar per sogenannter Push-Nachricht, sondern sie kann gleichzeitig auch direktes Feedback erhalten.

Das macht die Kommunikation zwar digitaler, aber gleichzeitig bekommt der Empfänger einen aktiven Part zugewiesen. Das stärkt die Teilhabe. Wie die interne Kommunikation per App im Detail funktioniert, lesen Sie in diesem Blogbeitrag.

Fazit: 2023 schaffen digitale Tools neue Möglichkeiten. Doch die Sehnsucht nach emotionaler Kommunikation bleibt. Daher werden Podcasts und Videos immer wichtigere Kommunikationsinstrumente und können dabei helfen, Nähe zu schaffen, auch wenn man nicht anwesend ist. Zusätzlich übernehmen Apps soziale Funktionen, wo persönliche Gespräche nicht möglich sind. Und Contentmarketing, das heißt, die Vermarktung über Inhalte, wird in der digitalen Welt eine noch größere Bedeutung bekommt. Das ist eine gute Nachricht für Verbände, die mit starken Inhalten und wichtigen Themen punkten können.

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